Harkortstraße 2 - 4 Harkortstraße 2 - 4
1949 - 1957

Das Finanzgericht Düsseldorf nahm im August 1949 mit insgesamt 6 Kammern und 21 Bediensteten seine Arbeit auf. Der Sitz des Gerichts befand sich zunächst in der Harkortstraße 2-4, dem jetzigen Sitz des Finanzamts Düsseldorf-Mettmann. Daneben bestand noch eine Außenstelle in Köln. Damit umfasste der Zuständigkeitsbereich des Finanzgerichts Düsseldorf zunächst die Bereiche der Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln. Daneben bestand – und besteht bis heute – eine landesweite Zuständigkeit für Zoll- und Verbrauchsteuerangelegenheiten.

Dr. Hans-Gisbert Schultze-Schlutius Dr. Hans-Gisbert Schultze-Schlutius
1953 bis 1958

Zum ersten Präsidenten des Finanzgerichts Düsseldorf wurde Heinrich Heising berufen. Von Heinrich Heising wurde später bekannt, dass er während der Kriegsjahre im Rahmen seiner Tätigkeit unter anderem als Referent für die Verwaltung und Verwertung eingezogenen und verfallenen Vermögens bei der Oberfinanzdirektion Westfalen tätig war. Heinrich Heising war damit an der Verfolgung und Entrechtung der von den Nationalsozialisten verfolgten Bevölkerungsgruppen unmittelbar und an maßgeblicher Stelle beteiligt. Er wurde dafür nach Ende des Zweiten Weltkriegs in keiner Weise zur Rechenschaft herangezogen. 

 

Gartenstraße 2 - 4 Gartenstr. 2 - 4, Finanzgericht
1957 bis 1962

Im Jahre 1953 wurde Dr. Hans-Gisbert Schultze-Schlutius zum zweiten Finanzgerichtspräsidenten ernannt. In seine Amtszeit fällt der erste Umzug des Gerichts, das eine neue Bleibe im Gebäude des Finanzministeriums fand (Gartenstraße 2-4). 

Dr. Hans Kiesewetter Dr. Hans Kiesewetter
1958 - 1968
Grafenberger Allee 125 Grafenberger Allee 125 (Hortenhaus)
1962 bis 1987

Unter dem Nachfolger, Dr. Hans Kiesewetter, der von 1958 bis 1968 amtierte, kam es zu einer ersten starken Personalexpansion. Bei seinem Ausscheiden war das Gericht auf das Doppelte seiner ursprünglichen Größe angewachsen, in Düsseldorf auf 8 Kammern, in Köln auf deren 4. 1962 zog das Finanzgericht aus dem Finanzministerium wieder aus und fand in dem vom Land erworbenen ehemaligen Horten-Hochhaus auf der Grafenberger Allee 125 zusammen mit dem Sozialgericht eine Bleibe. Im Jahr 1966 wurde mit dem Inkrafttreten der Finanzgerichtsordnung den Finanzgerichten und damit auch dem Finanzgericht Düsseldorf der Rang eines oberen Landesgerichts zuteil.

Dr. Erich Bender Dr. Erich Bender
1968 - 1975

Von 1968 bis 1975 war Dr. Erich Bender Präsident des Finanzgerichts. Diese Zeit  war gekennzeichnet durch eine stetige Zunahme der Verfahren, der man durch die Einrichtung dreier neuer Senate nur mit beschränktem Erfolg gegenzusteuern versuchte. Der Bestand an unerledigten Sachen, der Ende 1965 noch bei ca. 2.000 Verfahren gelegen hatte, stieg bis 1975 auf mehr als 7.000 an, die jährlichen Neueingänge von ca. 1.800 (1965) auf ca. 4.500 (1975). Allein die Neueingänge hatten sich - schon damals eine Folge des immer komplizierter werdenden Steuerrechts - also innerhalb von nur 10 Jahren weit mehr als verdoppelt.

Dr. Gisela Niemeyer Dr. Gisela Niemeyer
1975 - 1977

Unter der Nachfolgerin, Dr. Gisela Niemeyer, die von 1975 bis zu ihrer Ernennung 1977 zur Richterin am Bundesverfassungsgericht als erste Präsidentin eines Finanzgerichts in Deutschland amtierte, setzte sich der Aufwärtstrend bei den Verfahrenseingängen ungebremst fort. Die Schere zwischen der Zahl der Eingänge und der Zahl der Erledigungen klaffte immer mehr auseinander, obwohl die Richter ihre Erledigungsquote stetig erhöhten und sich alle Bediensteten bemühten, der stetig wachsenden Aktenberge Herr zu werden.

Dieter Rönitz Dieter Rönitz
1978 bis 1990
Schirmerstr. 80, Außenstelle des Finanzgerichts Schirmerstr. 80, Außenstelle des Finanzgerichts
1979 bis 1987
Ludwig-Erhard-Allee 21 Fachgerichtszentrum
Ludwig-Erhard-Allee 21
ab 1987

In die Präsidentschaft von Dieter Rönitz von 1978 bis 1990 fällt am 1. Juli 1980 die Verselbständigung der Senate in Köln zu einem eigenständigen Finanzgericht. Der Zuständigkeitsbereich des Finanzgerichts Düsseldorf beschränkt sich in Steuerangelegenheiten seitdem auf den Regierungsbezirk Düsseldorf. Die landesweite Zuständigkeit in Zoll- und Verbrauchssteuerangelegenheiten wurde beibehalten. Infolge der weiter ansteigenden Zahl der Verfahren – die Bestände näherten sich der Marke von 20.000 unerledigten Verfahren (einschließlich der Senate in Köln) – wurde nochmals das Personal verstärkt. Insgesamt konnten sechs neue Senate eingerichtet werden (4 in Düsseldorf, 2 in Köln). In der Folge des Personalzuwachses war es am bisherigen Sitz in der Grafenberger Allee mittlerweile zu eng geworden, zumal infolge der Vermehrung der Richterstellen auch der nichtrichterliche Dienst für die Bewältigung der zusätzlich anfallenden Arbeiten aufgestockt wurde. Zum 1. November 1979 mussten daher sieben der damals inzwischen 14 Düsseldorfer Senate in eine Nebenstelle auf der Schirmerstraße 80 umziehen.

Da zwischenzeitlich das Hauptgebäude in die Jahre gekommen war und erhebliche bauliche Mängel bestanden, zog das Finanzgericht im März 1987  in das neue Dienstgebäude in der Ludwig-Erhard-Allee 21 ein – neben dem Sozialgericht, dem Arbeitsgericht und dem Landesarbeitsgericht. Das Gerichtsgebäude befindet sich nunmehr verkehrsgünstig unmittelbar hinter dem Hauptbahnhof auf dem Gelände eines ehemaligen Stahlwerks. Neben einer Anbindung an den Bahnverkehr, die Straßen- und die U-Bahn befinden sich zudem angrenzend an das Gebäude ein Parkhaus sowie ein Taxenstand, so dass den Verfahrensbeteiligten eine bequeme und verkehrsgünstige Anreise möglich ist. Allerdings musste kurz nach dem Bezug des neuen Gebäudes bereits die Anmietung zusätzlicher Räumlichkeiten in Angriff genommen werden, weil 1988 nochmals zwei Senate hinzugekommen waren. 1990 wurde in unmittelbarer Nähe, auf der Ludwig-Erhard-Allee 14, ein Gebäude angemietet.

 

Eugen Johannemann Eugen Johannemann
1990 - 2000

Unter der Ägide des 1990 bis 2000 amtierenden Präsidenten Eugen Johannemann wurde unter maßgeblicher Beteiligung des Finanzgericht Düsseldorfs die in der Verwaltungs- und in der Finanzgerichtsbarkeit mehrerer Bundesländer eingesetzte VG/FG-Verfahrenslösung eingeführt und bis heute stetig weiterentwickelt. Infolge der Einführung dieser Fachanwendung waren nunmehr auch die Voraussetzungen für eine Neuorganisation des Geschäftsbetriebs geschaffen. In den Jahren 1997 und 1998 wurden sogenannte „Serviceeinheiten“ eingerichtet, in denen die bisherige Trennung von Geschäftsstellen und Kanzlei aufgehoben und größere, flexiblere Arbeitseinheiten geschaffen wurden. 

Helmut Plücker Helmut Plücker
2000 - 2016

Von März 2000 bis August 2016 wurde das Finanzgericht Düsseldorf durch den Präsidenten des Finanzgerichts Helmut Plücker geleitet. Auch unter seiner Leitung setzte sich die zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Gerichts fort: Die Nutzung moderner Medien ermöglicht den Verfahrensbeteiligten auf Antrag seit 2001 die Teilnahme an einem Gerichtstermin mittels Videokonferenz, d.h. die Beteiligten müssen während des Termins nicht persönlich im Gerichtssaal anwesend sein. In 2004 wurde die Möglichkeit des elektronischen Rechtsverkehrs (ERV) zwischen den Verfahrensbeteiligten und dem Gericht eröffnet; auf diesem Weg ist eine sichere und vertrauliche Kommunikation –unabhängig von Öffnungs-und Postlaufzeiten – gewährleistet. Die für die Justiz beabsichtigte Einführung der elektronischen Akte (eAkte) wird im Finanzgericht seit 2012 schrittweise durch eine elektronische Vorgangsbearbeitung pilotiert, seit 2015 laufen Pilotversuche in zwei Senaten zur elektronischen Zweitakte. Gleichzeitig etablierte Helmut Plücker während seiner Präsidentschaft Dialogveranstaltungen mit der Finanzverwaltung sowie mit den Vertreterinnen und Vertreternder Kläger zur Förderung der Kommunikation und des Erfahrungsaustausches . In Zusammenarbeit mit der Steuerberaterkammer werden Fortbildungen für „junge“ Steuerberater durchgeführt. Außerdem finden im Hause neben Fortbildungen regelmäßig sog. Qualitätszirkel statt; weitere Maßnahmen der Qualitätssicherung treten hinzu. Darüber hinaus führt das Finanzgericht Düsseldorf in Zusammenarbeit mit der Deutschen Steuerjuristischen Gesellschaft Vortragsveranstaltungen zu aktuellen Steuerrechtsfragen durch.

Dr. Hans-Josef Thesling Dr. Hans-Josef Thesling
2016 - 2018

Zwischen September 2016 und Dezember 2018 war Dr. Hans-Josef Thesling Präsident des Finanzgerichts Düsseldorf.

Gegenwärtig sind beim Finanzgericht Düsseldorf 15 Senate eingerichtet. Insgesamt sind 100 Beschäftigte, davon 50 Richterinnen und Richter tätig. Die Berufsrichter werden bei ihrer Tätigkeit zusätzlich von insgesamt ca. 300 ehrenamtlichen Richterinnen und Richtern unterstützt.