Diskussionsveranstaltung „Umsatzsteuer im Fokus – Recht, Praxis, Entwicklung“ fand breite Resonanz

 

Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich am 26. November 2025 im Haus der Universität in Düsseldorf ein, um auf der diesjährigen gemeinsamen Fachveranstaltung des Finanzgerichts Düsseldorf und der Deutschen Steuerjuristischen Gesellschaft e.V. (DStJG) zum Thema „Umsatzsteuer im Fokus – Recht, Praxis, Entwicklung“ zu diskutieren. Die Gästeliste spiegelte sämtliche im Steuerrecht tätigen Berufsgruppen wider.

 

In ihrer Begrüßung betonten der Präsident des Finanzgerichts Düsseldorf, Dr. Klaus J. Wagner, und Richterin am Finanzgericht Dr. Ulrike Hoffsümmer, die die Veranstaltung moderierte, die Bedeutung der Umsatzsteuer mit einem Anteil von rund einem Drittel am Gesamtsteueraufkommen. Im Anschluss diente die Veranstaltung drei Vorträgen zu aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der Umsatzsteuer und einer anschließenden Diskussion als Forum. Die Referierenden – aus Praxis und Rechtsprechung – beleuchteten die Umsatzsteuer aus ganz unterschiedlichen Perspektiven:

 

Der Vortrag „Umsatzsteuer in digitalen Geschäftsmodellen“ von Rechtsanwalt Dr. Matthias Oldiges (KMLZ Rechtsanwaltsgesellschaft mbH) thematisierte die wachsende Bedeutung digitaler Geschäftsmodelle, wie etwa den Verkauf von Waren oder die Erbringung elektronischer Dienstleistungen über Plattformen, und die damit verbundenen umsatzsteuerlichen Herausforderungen.

 

In ihrem Beitrag „Zu schön, um wahr zu sein? Der EuGH und die (vermeintliche) Entlastung bei § 14c UStG“ widmete sich Alexandra Schütze (Richterin am FG Düsseldorf, 1. Senat) aktuellen Rechtsprechungstendenzen insbesondere des EuGH und offenen Fragen zur Rechnungserteilung im Bereich des Art. 203 MwStSystRL und § 14c UStG und deren Bedeutung für die Praxis.

 

Unter dem Titel „Reemtsma, Michael Schütte und H-GmbH: Der sog. Direktanspruch im deutschen Umsatzsteuerrecht – der fiskalische Supergau ohne gesetzliche Grundlage?“ referierte Rechtsanwalt/Steuerberater Prof. Dr. Hans Nieskens (Vorsitzender des UmsatzsteuerForum e.V.) über die Problematik und Risiken eines möglichen Direktanspruchs im Bereich des § 14c UStG gegenüber dem Fiskus.

 

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde intensiv über die praktische Umsetzung der besprochenen Themen, aktuelle Rechtsentwicklungen und die zukünftigen Herausforderungen im Umsatzsteuerrecht, wie etwa die E-Rechnung und die Besteuerung von Influencern, debattiert. Die Veranstaltung hat einmal mehr verdeutlicht, wie dynamisch und komplex das Gebiet der Umsatzsteuer derzeit ist. Der Austausch – auch im Rahmen des anschließenden Get-togethers – zwischen Justiz, Wissenschaft, Beratung und Verwaltung wurde von vielen Teilnehmenden als besonders wertvoll hervorgehoben.

 

Ein besonderer Dank geht an alle Referierenden sowie an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ihre engagierte Diskussion und wertvollen Beiträge.

 

Die Deutsche Steuerjuristische Gesellschaft e.V. ist eine Vereinigung von Steuerjuristen, die sich für die Weiterentwicklung des Steuerrechts in Forschung, Ausbildung und Praxis engagiert. Sie veranstaltet in Kooperation mit dem Finanzgericht Düsseldorf jährlich in Düsseldorf eine Regionalveranstaltung, bei der renommierte Referenten aus der Wissenschaft, der Rechtsprechung und der Beraterpraxis zu aktuellen Fragen des Steuerrechts vortragen.